Donnerstag, 21. März 2013

Top 10: meine Lieblingsspiele. Teil 2

Weiter geht es mit den verbleibenden fünf Plätzen meiner Lieblingsspiele.

ff9 cover

Final Fantasy IX
Sony PlayStation
2001

Noch so ein Stellvertreter: der neunte Teil von Squares (einst) großartiger Rollenspiel-Saga. Die Frage nach dem bevorzugten Teil der Serie sorgt in Foren regelmäßig zu Mord und Totschlag. Umso lieber stelle ich mich auf die Seite der Minderheit, die mit dem neunten Teil die besten Erinnerungen verbinden. Ha! Es war eines schönen Sommers in Italien: ich hatte meine mitgebrachte Spielezeitschrift (es müsste die Play Zone gewesen sein) bereits größtenteils durchgelesen und überflog aus Langeweile ein Preview zu FF IX. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mit RPGs nie etwas am Hut gehabt, doch der Artikel las sich sehr vielversprechend und zudem war gerade FF VIII als Platinum-Edition erschienen und somit sehr bezahlbar geworden. Kurz nach Rückkehr aus dem sonnigen Italien ins bereits herbstliche Deutschland zog ich los und kaufte mir den zwar umstrittenen, aber doch sehr passablen achten Teil. Die ersten RPG-Erfahrungen machten direkt süchtig. Wenige Monate später erschien dann der Nachfolger auch in Deutschland und ich musste ihn direkt am Tag der Veröffentlichung haben.

Die folgenden Wochen verbrachte ich damit, die Welt dieses Spiels bis in den letzten Winkel zu erkunden, eine komplette Sammlung im Kartenspiel Tetra Master anzustreben, die enttäuschend einfachen optionalen Superbosse zu besiegen und schließlich den Tränen nah das Ende zu sehen. Zwar hatte ich später auch mit dem siebten Teil und sogar mit dem zehnten Teil meinen Spaß, doch schaffte es die Fantasywelt von Teil 9 doch am meisten, mich in ihren Bann zu ziehen. Sympathische Charaktere, von denen bis zu vier im bewährten Kampfsystem teilnehmen durften, großartige Musik und eine Grafik, welche die betagte PlayStation nochmal richtig ausreizte, machen Teil 9 zu dem Spiel, das seit Jahren auf meiner „muss ich mal wieder spielen“-Liste ganz oben steht. Wirklich schade, dass die Serie ab Teil 10 immer weiter auf fragwürdige Bahnen gerät und man als Fan des echten Seriengefühls daher lieber auf ältere Teile ausweicht. Heute ist mir die Serie daher relativ egal, doch für meine letzten Schuljahre nahm sie einen besorgniserregend großen Teil meiner täglichen Gedanken ein.

sega rally cover

Sega Rally
Sega Saturn
1995

In der Welt nach Gran Turismo brauchten Rennspiele möglichst 40 Strecken und mindestens 300 verschiedene Autos. Selbst ein Ridge Racer ließ einen in Type 4 320 Modelle sammeln. Sega Rally hatte in der Prä-Gran Turismo-Ära vier Strecken und drei Wagen. Und doch ist es für manch einen das perfekte Rennspiel. Aus der Spielhalle kommend, macht das Spiel den Einstieg leicht, durchspielbar ist es in wenigen Minuten. Doch wer nach der Bestzeit jagt, findet im Fahrverhalten der Boliden schier unendliche Tiefe. Als Rally-Titel begeisterte das Spiel damals mit variierendem Fahrgefühl auf verschiedenen Untergründen und einigen Einstellungsmöglichkeiten am Fahrzeug, während andererseits die Steuerung klar arcadelastig ist und dabei doch genug Raum für Feinheiten lässt.

Mich machte es damals süchtig nach Rennspielen. In den Folgejahren habe ich Monate meines Lebens mit den ersten drei Teilen von Gran Turismo verbracht. Doch wenn ich heute ein Rennspiel einlege, dann nicht Gran Turismo mit seinen doch eher langweiligen Rennen und unendlichen, umständlichen Optionen und Variationen. Ich lege Sega Rally ein: ein ungleich kleineres Spiel, aber von höchster Güte. Zuletzt verbrachte ich vor einigen Monaten aufgrund eines Foren-internen Wettbewerbs einen ganzen Sonntag damit, auf der ersten Strecke immer wieder der Bestzeit nachzujagen. Wie viele 18 Jahre alte Rennspiele würde man heute noch freiwillig so intensiv spielen?

nights cover

Nights into Dreams
Sega Saturn
1996

Es war wirklich nicht das Spiel, worauf die Welt gewartet hatte: keinen einzigen richtig neuen Sonic-Titel in 3D erhielt der Saturn, während die schöne neue 3D-Welt auf der überraschend erfolgreichen PlayStation und nicht zuletzt auch in Mario 64 ausgelotet wurde. Und was schickte Sega zusammen mit seinem Analog-Controller ins Rennen? Ein kaum einem Genre zuzuordnendes und recht kurzes Abenteuer, das zudem trotz dreidimensionaler Grafik überwiegend in 2D funktionierte. Zwar lässt sich die 3D-Welt in Nights auch zu fuß bereisen, doch ist das dank eines strengen Zeitlimits ein völlig überflüssiges Feature. In der Regel durchfliegt man die Levels als das auf einer festgelegten Ebene, sammelt blaue Kugeln und liefert sie möglichst schnell ab. Das simple Gameplay wurde dabei aufgepeppt durch eine wunderbar flüssige Flugsteuerung und nicht zuletzt ein ideenreiches Leveldesign in hübscher Optik.

Noch heute lege ich das Spiel gerne ein, um mal wieder durch die mit Einfällen vollgestopften Fantasiewelten zu reisen. Da gab es ein Museum mit Spiegelwänden und wabbeligem Boden, eine magnetisierende Maschine die einen Items und Gegner anziehen ließ, oder auch Perspektivenwechsel für eine Schlittenfahrt oder Tauchgänge. Nights wirkt fast wie ein Arcadespiel: es liefert in kurzer Zeit viele tolle Eindrücke, ist aber auch schnell vorbei. Die sieben unterschiedlichen Level (eines davon wird doppelt gespielt) hat man schnell gesehen und kann danach nur noch bessere Punktezahlen anstreben. Dass ich damals mit 11 Jahren, als ich Spiele üblicherweise nur anzockte um dann schnell das Nächste einzulegen, alle Level in Nights mit dem S-Rang beendete, sagt schon viel über das Spiel aus. Nights war ein originelleres und spaßigeres Spielerlebnis, als es jedes 3D-Sonic auf dem Saturn hätte werden können.

puyo cover

Puyo Puyo Tsu
Sega Mega Drive
1994

Ich musste einfach einen Puzzler auf der Liste haben, und mit keinem anderen verbrachte ich so viel Zeit wie mit Puyo Puyo. Obwohl für mich große Combos und damit der Schlüssel zum Erfolg ein Buch mit sieben Siegeln bleiben, oder gerade deshalb? Puyo Puyo Sun auf dem Saturn bietet dabei gegenüber dem zweiten Teil einen erweiterten Storymodus und einen etwas gnädigeren Schwierigkeitsgrad, doch startete ich meine Puyosucht mit dem zweiten Teil auf dem Mega Drive, auf dem zudem jegliche Ladezeiten entfallen.

Mit dabei sind natürlich auch hier die bekannten und geliebten Charaktere, welche die Serie ebenfalls ausmachen. Diese stammen aus der Madou Monogatari Rollenspielserie, so dass man sich also auch jenseits des Puyo-Stapelns noch im Puyoversum aufhalten kann, sofern man Japanisch spricht. Auf diese Weise nahm die Welt rund um Hauptcharakter Arle und die ganzen anderen bekloppten Viecher einen noch größeren Teil in meinem Leben ein. Die Puzzler machen vor allem gegen menschliche Gegner Spaß. Gestresst an einer Riesencombo zu bauen und zu hoffen, dass diese wie geplant funktioniert, ehe der Gegner seine zündet, ist Adrenalin pur. Auch wenn andere Knobelspiele ebenfalls mit einer Reihe an Maskottchen daherkommen, keines hat für mich den Charme und die Langzeitmotivation von Puyo Puyo.

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Saturn Bomberman
Sega Saturn
1996

Auch nach gefühlten hundert Sequels gilt der Saturn-Ableger von Hudsons Dauerbrenner Bomberman für viele Fans als die rundum beste Version. Bis zu zehn Spieler gleichzeitig im Multiplayermodus mit seinen vielen Optionen mögen dafür ein Grund sein, auch wenn man dafür erstmal zehn Leute vor einen entsprechend großen Bildschirm mit zwei Multitaps und zehn Controllern versammeln muss. Ein Spaß, der mir verwehrt blieb. Doch selbst mit gerade mal zwei Spielern verbrachte ich sowohl in meiner Kindheit als auch in den jüngsten Jahren Stunden mit Bomberman. Die Saturn-Version versucht sich dabei nicht an stets missglückten Experimenten in Iso-Perspektive oder 3D, sondern sieht dank handgepixelter Bonbon-Optik auch heute noch zeitlos gut aus und ist perfekt spielbar.

Hinzu kommt, dass man den oft so vernachlässigten Einzelspieler-Modus aufpeppte mit ordentlichem Umfang, neuen Items wie den reitbaren Dinos und nicht zuletzt gleich zwei unterschiedlichen Quests. Den Storymodus kann man dabei auch zu zweit im Team bestreiten. Natürlich kommt das Spiel allein nicht annähernd an den Wahnsinn der Multiplayer-Sitzungen heran, doch zumindest hat man ein ansprechendes Paket geschnürt und sich nicht nur auf der Hauptattraktion der Serie ausgeruht. Saturn Bomberman kann man einfach immer wieder einlegen und jeder Spieler ungeachtet seines Hintergrunds ist schnell drin: casual gaming richtig gemacht, viele Jahre bevor es den Begriff überhaupt gab.

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Status

Online seit 3834 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 5. Sep, 12:45

Credits

content: Philipp Klueglein 2006-2013
Fonts used: Baskerville, Futura, 'Cardboarder' by kix, 'Frigate True Type Katakana 3D'

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