Sonntag, 23. Oktober 2011

スーファミの日記その第1: SNES-Diary I: Zuckerschock

Ehe ich mir selbst ein Jahr Inaktivität vorwerfen muss, werfe ich mal eben einen Beitrag rein zu dieser Konsole, die ich erst jetzt wirklich kennenlerne. Früher hatte ich kein SNES und somit gibt es für mich viel 16-Bit-Geschichte nachzuholen.

cotton 100%cover Spiel: Märchen Adventure Cotton 100% (コットン100%)

Konsole: Super Famicom

Version: jap.

Erschienen: 1994

Genre: Cute em Up

Wertung: 7/10

Die kleine Hexe Cotton beehrte in den 90ern so manche Plattform mit bunter Balleraction. Sega schien ihr dabei am liebsten gewesen zu sein, während Nintendo sich mit einem einzigen Auftritt auf dem Super Famicom zufrieden geben musste. Da dieser auch nicht als Bester der Reihe gilt, gibt’s das Spiel auch komplett zu humanen Preisen (ganz im Gegensatz zu den gehypten Mega Drive- und Saturn-Versionen). So wählte ich als Einstieg diesen Teil und wurde angenehm überrascht.

Die Story dreht sich um Cottons Leidenschaft für Süßwaren, welche sie auf die Jagd nach den Willows genannten Leckereien führt. Zudem gibt es da noch die böse Doppelgängerin, welche Cotton finden muss um ihren Ruf zu wahren. Man kennt das ja. Begleitet wird sie von der Fee Silk (oder Shiruku?), welche euch im Spiel ihre Artgenossen zur Seite stellt als fleißig feuernde Helferlein. Als klassisches, seitwärts scrollendes Shoot em Up hält sich Cotton nicht auf mit anderen Spielzielen, als die heranstürmende Feindesschaar abzuschießen. Für ein wenig Taktik und geschickteres Vorgehen sorgt das System für Power Ups. Wie in einem Rollenspiel gibt es einen Balken, der eure erhaltenen Erfahrungspunkte anzeigt. Ist dieser gefüllt, geht’s ein Level rauf und der Schuss wird stärker. Gefüllt wird der Balken aber nicht nur durch Dezimieren der Feinde, sondern auch durch Einsammeln von Diamanten, die diese fallen lassen. Bringt man diese Diamanten zudem mit einigen Schüssen zu roter Farbe, erhält man noch viel mehr Erfahrungspunkte. Da jedoch ein Schuss zu viel die Diamanten wieder zum normalen Zustand zurückkehren oder ganz zerfallen lässt und zudem auch die Feinde abgehalten werden wollen, ergibt sich ein risikoreiches Spiel. Man muss sich ständig entscheiden, ob man sicher spielt und sich mit kleinen Schritten zufrieden gibt, oder sich gefährlich vorwagt um einen dicken roten Diamanten einzusacken. cotton screenshot 1

cotton screenshot 2

Ein ähnliches Feature bietet zwar auch die Twinbee-Reihe, doch ist Cotton nicht gar so hektisch, so dass es hier etwas besser funktioniert Als Extrawaffen sammelt man obendrein Magieknödel, mit der eine von drei wählbaren offensiven oder defensiven Waffen verwendet wird und die ebenfalls halbwegs strategisch einzusetzen sind. Zudem wird die Umgebung in Cotton mehr mit einbezogen: Wände und Gegenstände ragen ständig in den Spielbereich, wirken bei Kollision aber nicht wie in den meistern Shootern tödlich. Nimmt man noch die versteckten Extraleben hinzu, ergibt sich ein leicht an Jump n Runs erinnerndes Spielgefühl.

Ebenfalls zu diesem Spielgefühl beitragend sind die herrlich bunten Level, welche zwar die übliche Palette von Wald, Lavahöhle, Unterwasserlevel etc. bieten, dabei aber einfach schön anzusehen sind. Tatsächlich kann das bunte Treiben schon mal unübersichtlich werden, was wohl auch ein Grund dafür ist, dass das Spiel sehr sparsam mit Projektilen ist. Dies wiederum ist einer der Gründe, wieso Cotton mit den Standard-Einstellungen ziemlich einfach durchzuspielen ist. Extraleben gibt’s genug, dazu drei Continues und für ganz Faule noch ein Schild unter den Magie-Anwendungen, welches das Spiel sehr erleichtert Mit Letzterem wird gar ein 1CC (Durchspielen ohne ein Continue zu nutzen), ganz untypisch für das Genre, auch für den Durchschnittsspieler realistisch.

cotton packshot Während der vergleichsweise niedrige Schwierigkeitsgrad anderswo angekreidet wird, empfinde ich ihn aber als angenehme Abwechslung zum sonst so harten Shooter-Alltag ;). So mag zwar Ikaruga ein unumstrittenes Meisterwerk sein (um mal Horizontal-Äpfel mit Vertikal-Birnen zu vergleichen), doch im Sinne von sorgenfreiem, harmlosem Spaß für Zwischendurch würde ich eher Cotton einschmeißen. Mit der Jagd nach dem Highscore lässt sich für den günstigen Preis allemal genug Spaß haben. Mit dabei ist übrigens, wie auf dem Foto zu sehen, eine dieser Mini-CDs. Mit denen kann man moderne Slot-Laufwerke schrotten, aber sich auch an zwei cheesy J-Pop-Stücken, einer Comedy-Nummer und einem Instrumental erfreuen. Der Spiele-Soundtrack war da ehrlich gesagt Ohrwurm-verdächtiger, aber es ist ein nettes Kuriosum. Wer Cute em Ups, den bunten und süßen Verwandten der seriösen Shooter, etwas abgewinnen kann, der sollte sich Cotton 100% durchaus mal näher angucken. Günstiger als der Rest der Serie ist es allemal.

Berühmt ist die Serie übrigens auch für die Teebecher, die als meist stark limitiertes Merchandise erhältlich waren und heute absurde Sammlerpreise erzielen. Auf dieser Seite gibt es davon so einige zu bewundern.

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Zuletzt aktualisiert: 5. Sep, 12:45

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content: Philipp Klueglein 2006-2013
Fonts used: Baskerville, Futura, 'Cardboarder' by kix, 'Frigate True Type Katakana 3D'

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