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Spiel: Layer Section (レイヤーセクション)
Konsole: Sega Saturn
Version: jap.
Erschienen: 1995
Genre: Shoot em Up
Wertung: 9/10
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Segas Saturn ist ein echtes Powerhouse im 2D-Bereich. Kein Wunder, dass vor allem im Shooter-genre bergeweise Umsetzungen von Arcadetiteln und beachtliche Eigenentwicklungen erschienen. Der Haken: nicht wenige der Toptitel kosten euch 50€ aufwärts, beim allseits bekannt-gehypten Radiant Silvergun wird es gar dreistellig. Doch ein paar Knaller verstecken sich auch in den untersten Preisregionen. Einer davon ist ganz klar
Layer Section von Taito, eine Arcadeumsetzung (wo das Spiel
Ray Force hieß) von 1995. Wer nicht die Möglichkeit hat, die hier vorgestellte Japanfassung abzuspielen, hat ausnahmsweise sogar die Wahl einer PAL-Version, diesmal unter dem Namen
Galactic Attack. Ach so, in europäischen Arcades gab es das ganze auch noch als
Gunlock. Man konnte dem Spiel scheinbar garnicht genug Namen geben.
Generell gibt es bei einem Shooter natürlich weder viel Story (obwohl die Anleitung vier Seiten davon bietet – wen's interessiert...) noch allzuviel grundlegendes Gameplay zu erklären. Layer Section ist ein Vertikalscroller, das heißt dass der originale Automat in der Spielhalle einen senkrecht aufgestellten Monitor hatte. Im Spiel habt ihr die Wahl, diesen Modus auszuwählen und euren Fernseher um 90° zu drehen (wovon zumindest bei Röhrenfernsehern abgeraten wird), oder den Saturnmodus zu wählen und mit einem entsprechend eingeschränkten Bildbereich zu leben. Das Spiel setzt euch nun mit vier Credits aus in das sieben Level lange Ballerspektakel. Klingt nach einem kurzen Spiel? Ist es auch, klar, denn welcher Shooter fesselt schon durch seinen Umfang an den Bildschirm? Es sind die vier Credits, die hier zu beachten sind. Die ist der durchschnittliche Spieler nämlich spätestens in Stage 4 los, wo der Schwierigkeitsgrad merklich anzieht. Von da an geht das alte Spielchen mit den Shootern los: mit wiederholtem Spielen kommt man immer leichter durch die ersten Level, hat an den späteren Problemstellen mehr Leben zu verprassen und lernt dabei diese Stellen auch immer besser kennen, so dass man sich schrittweise mit jedem Versuch vorarbeitet. Die Zahl der Credits hat man dabei bestimmt mit Bedacht gewählt. Für mich waren sie nach vielen Spielstunden gerade genug, um endlich den Abspann zu sehen. Eine altmodische Art des Gameplays, aber eine, die auch im Jahre 2010 wunderbar funktioniert, wenn das Spiel an sich gut gemacht ist. |

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Und
Layer Section ist sehr gut gemacht. Das Gameplay bietet im wahrsten Sinne des Wortes Tiefe: Nicht nur unmittelbar vor euch auftauchende Gegner nehmt ihr ins Visier, auch am Boden befindliche Ziele solltet ihr schnellstmöglich erledigen, wenn ihr nicht in einen noch größeren Kugelhagel geraten wollt. Dazu habt ihr vor dem Schiff ein kleines Zielkreuz, das jeden Gegner bei Berührung als Ziel aufschaltet. Auf Knopfdruck lasst ihr dann auf die aufgeschalteten Ziele euren Laser los. Viele Gegner nähern sich auch erst aus dem Hintergrund um euch dann im Vordergrund zu nerven. Frühzeitiges Erledigen per Laser und ständiges Beachten zweier 'layer' sind damit neben schnellen Reflexen und Levelkenntniss der Schlüssel zum Sieg. Wer zudem auf eine hohe Punktezahl schielt, sollte stets möglichst viele Feinde aufschalten, ehe er den Laser freigibt. Die Einbindung von Tiefgang, ohne auf aufgesetzte Scoremechanismen zurückzugreifen, ist hier hervorragend gelungen.
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Während es an sämtlichen alternativen Spielmodi oder ähnlichem mal komplett fehlt, hat Taito zumindest einen Zweispielermodus mit eingebaut. Grafisch wird euch reinste, detaillierte 2D-Grafik geboten, die mir persönlich sehr gut gefällt. Eine sehr feine Idee ist auch, dass die Level alle zusammenhängen. Statt wie oft das Gefühl zu haben, irgendwo irgendwelche Dinge abzuschießen, präsentiert sich Taitos Shooter als eine durchgehende Reise, in der ihr vom Weltall aus bis ins Zentrum einer Stadt vordringt. Bei einem Game Over zeigt eine Grafik, wie weit ihr es geschafft habt. Ein kleines Detail, aber es trägt doch zur Stimmung bei. Musikalisch hat Taitos bekanntes Studio Zuntata wieder einen leicht umstrittenen Beitrag geleistet. Sicher kein Jahrhundert-Soundtrack, aber eine gute Mischung atmosphärischer und antreibender Klänge passend zum Spielgeschehen. |
Auch wenn die Ausstattung – ein maximal minimalistischer Arcadeport ohne jegliche Extras – nicht gerade berauschend ist, machen die dichte Atmosphäre, der fordernde Schwierigkeitsgrad (den ihr auch erhöhen könnt) und ein tiefes wie intuitives Gameplay
Layer Section zu einem Muss für jeden Freund altmodischer 2D-Ballereien.
sutereo - 9. Sep, 15:29